Die Salvatorianerinnen


Übersicht:
  • Der Orden der Salvatorianerinnen
  • Franz-Jordan-Stift
  • Schulgründung in Berlin
  • Schwestern als Lehrerinnen
  • nach 1970

Der Orden


Die Schwestern gehören einem Orden an, der am 8. Dezember 1888 von dem deutschen Priester Pater Franziskus Jordan zusammen mit Maria Teresia von Wüllenweber - der 1968 seliggesprochenen Mutter Maria von den Aposteln - in Rom gegründet wurde. Der offizielle Name ist "Schwestern vom Göttlichen Heiland" (Sorores Divini Salvatoris, SDS) Das Schriftwort Johannes 17,3 " ... daß alle Menschen Gott erkennen mögen", ist Leitwort und Sendungsauftrag unserer Salvatorianischen Gemeinschaft, zu der auch die Salvatorianer (gegründet 1881) und salvatorianische Laien gehören. Das Apostolat in seinem ursprünglichen Sinn ist die Hauptaufgabe der Salvatorianerinnen. Unser Anliegen ist es, den Menschen das heilschaffende Handeln Gottes erfahrbar werden zu lassen. Die Ordensgründer fordern uns auf, die Not der Zeit wahrzunehmen, ihr mit einer aufmerksamen Antwort zu begegnen und dabei stets das Wohl und Heil des ganzen Menschen im Auge zu haben. Die Schwestern bemühen sich, diesem Auftrag nachzukommen durch ihre Dienste in der Kranken- und Altenpflege, in der Hospizarbeit, in Unterricht und Erziehung, in der pastoralen Tätigkeit in Pfarreien, Exerzitien- und Tagungshäusern, in der Krankenhaus-, Gefangenen- und Telefonseelsorge und in der Arbeit mit gesellschaftlichen Randgruppen (mit Migranten, Asylanten, Straßenkindern und Menschen in Slumgebieten).

Unser Gründer Pater Jordan wurde nicht müde, an seine Schwestern und Brüder mit eindringlichen Worten zu appellieren: "Ich beschwöre Euch, daß Ihr alles aufbietet!... Ruhet nicht" ... Höret nicht auf! ... Immer und überall ... auf jede Weise und mit allen Mitteln ..." sollen die Salvatorianerinnen und Salvatorianer den Menschen Christus nahe bringen und durch ihr Leben "die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, des Heilandes" (Tit. 3,4), des Salvators bezeugen.

Universalität ist ein wesentliches Kennzeichen der Kongregation. Die Gemeinschaft ist bereit, dem Evangelium in jedem Teil der Welt zu dienen und in jedem Volk und jeder Volksschicht heimisch zu werden. Noch zu Lebzeiten unserer Gründer wirkten Schwestern bereits in 3 Erdteilen. Heute arbeiten sie in 26 Ländern der Welt: in Nord- und Südamerika, in Afrika (Tansania, Zaire, Mosambik), auf Taiwan, in Malaysia, in Pakistan, in Sri Lanka, auf den Philippinen, in Israel, in Syrien und in den meisten Ländern Europas. In Deutschland sind die Salvatorianerinnen zur Zeit in 21 Niederlassungen tätig.


Franz-Jordan-Stift


Nach Berlin-Waidmannslust kamen die Schwestern am 17. September 1920, nachdem 2 Tage vorher ein Grundstück mit 3 Häusern in der Fürst-Bismarck-Straße vom Orden käuflich erworben werden konnte. Das neue Kloster wurde nach dem Gründer des Ordens benannt und heißt bis heute Franz-Jordan-Stift. Als erste Aufgabe übernahmen die Schwestern hier die Pflege von alten Leuten. Der älteste Teil des heutigen Schulgebäudes (Urzelle siehe Foto) wurde als Altenheim eingerichtet. Die Nachfrage wurde bald so groß, daß die Plätze nicht ausreichten. 1940 wurde eine Villa (Salushaus) und 1946 zwei weitere Wohnhäuser an der Fürst-Bismarck-Straße dazugekauft. Altenpflege blieb nicht lange das einzige Aufgabengebiet der Salvatorianerinnen in Waidmannslust. In den Jahren zwischen 1920 und Kriegsbeginn traten sehr viele junge Frauen ins Kloster ein. Das Franz-Jordan-Stift wurde Noviziats- und Provinzhaus. Sehr bald konnten in der Nähe neue Niederlassungen begonnen werden: in Hennigsdorf, Schmargendorf, das Westsanatorium an der Joachimstaler Straße und Heringsdorf an der Ostsee. Von Waidmannslust aus arbeiteten Schwestern als Seelsorgehelferinnen in den umliegenden Pfarreien: Lübars, Borsigwalde, Tegel und Hermsdorf und später, als die Lokalie "Regina Mundi" gegründet wurde, natürlich auch in unserer Ortsgemeinde in Waidmannslust.

1945 wurde der Kindergarten des Franz-Jordan-Stiftes eröffnet, der mehr als 30 Jahre bestand und im Jahre 1976 aus baulichen Gründen leider geschlossen werden mußte.


Schulgründung


Welchen Stellenwert der Orden dem Unterricht und der Erziehung von Kindern und Jugendlichen einräumt, bewies u. a. die ehemalige Provinzoberin Mater Luminosa Wimmer, die während des 2. Weltkrieges weitere Schwestern zu Lehrerinnen ausbilden ließ, noch bevor eine Ordensschule hier errichtet werden konnte. Nach Kriegsende stellte sie an die Alliierte Kommandantur den Antrag, in Waidmannslust ein Gymnasium für Mädchen gründen zu dürfen. Obwohl sich die Verhandlungen als zäh und langwierig erwiesen, gaben die Schwestern die Hoffnung nicht auf. Am 24. September 1947 wurden sie mit der positiven Nachricht im Radio überrascht, noch bevor sie persönlich die Mitteilung erhalten hatten, daß die "vorläufige Eröffnung" einer Privatschule gestattet werde. Was danach im einzelnen geschah, wird an anderer Stelle in der Chronik dieser CD-ROM konkret geschildert. Jetzt galt es, dem Vorbild des Gründers in seiner Risikobereitschaft zu folgen, Sinn für das Provisorium zu zeigen und flexibel auf die gegebene Situation zu reagieren. Daß die Schwestern dazu in der Lage waren, bewiesen sie nicht nur in der Aufbauphase, sondern auch in der strukturellen Erweiterungsphase, als 1953 eine Realschule hinzugefügt und 1964 die Salvator-Grundschule begonnen wurde, in die auch Jungen aufgenommen wurden.


Schwestern als Lehrerinnen


Gerade in dieser Zeit wie auch in den folgenden Jahren wurden mehrere Schwestern an die Salvatorschule versetzt bzw. solche, die ihr Studium beendet hatten, hier angestellt. Die unterschiedlichen Generationen unserer Salvatorschülerinnen und -schüler erinnern sich vielleicht noch einiger Namen: Sr. Luminosa, Sr. Longina, Sr. Eremberta, Sr. Pierina, Sr. Estheria, Sr. Benedetta, Sr. Elia, Sr. Elisea, Sr. Mechthild, Sr. Sigrid, Sr. Judith, Sr. Luitgard, Sr. Gertraudis, Sr. Romula, Sr. Angela, Sr. Gabriele, Sr. Katharina, Sr. Friederike, Sr. Barat, Sr. Illuiminata, Sr. Verena, Sr. Gudrun, Sr. Patricia, Sr. Christa, Sr. Bonita, Sr. Daniela, Sr. Mariela, Sr. Brigitte, Sr. Magdalena. Nicht zu vergessen die guten Geister als Sekretärinnen: Sr. Patientia, Sr. Elisabeth und Sr. Charis. Neben Sr. Andrea, die sich dankenswerter Weise zur Zeit hier ehrenamtlich betätigt, sind nur noch Sr. Walburga und Sr. Felizitas in der Salvatorschule eingesetzt. Unvergessen dürfte Pfarrer Gerhard Wiesinger bleiben, der mit großem Engagement die Schule mitgeprägt hat.


Das Engagement nach 1970


Nachdem die Salvatorianerinnen wie alle weiblichen Orden Berlins 1970 die Trägerschaft ihrer Schule dem Bischöflichen Ordinariat übergeben hatten, war ihnen auch jetzt noch die Weiterentwicklung dieser Einrichtung ein großes Anliegen. Sie sahen die Engpässe, die die Schulreform, insbesondere die Oberstufenreform, mit sich brachte, und stellten Grund und Boden für Erweiterungsbauten zur Verfügung. Damit für die Baugenehmigung die erforderliche Geschoßflächenzahl nachgewiesen werden konnte, kauften sie 1983 sogar ein neues Grundstück hinzu (das auf der anderen Straßenseite liegende Gelände mit den zwei grünen Häusern). Um der weiteren Schulraumnot abzuhelfen, überließen die Schwestern im Jahre 1990 der Schule 1 ½ Stockwerke und 1997 die restlichen Räume (Refektorium und Gemeinschaftsraum) im Parterre ihres Klostergebäudes. Der inzwischen viel kleiner gewordene Konvent beschränkt sich auf das 2. und 3. Stockwerk des ehemals großen Provinzhauses. In naher Zukunft wird sich der Orden personell aus der Schule zurückziehen. Es ist absehbar, daß ich wahrscheinlich als letzte Salvatorianerin vermutlich in zwei Jahren aus der Salvatorschule ausscheide. Ich tue es voller Dankbarkeit, daß ich dann fast 33 Jahre lang als Schulleiterin die Geschicke der Schule begleiten und die Wege der Grundschule mitgestalten durfte. Das ermutigende Wort unseres Gründers "Andere werden kommen und weitermachen", mit dem er die Stärkung der Laien schon zu seiner Zeit vor mehr als 100 Jahren zu einer seiner wichtigsten Anliegen gemacht hat, gibt mir nicht nur die Zuversicht, sondern die Gewissheit, daß unser engagiertes, stabiles Lehrerkollegium und die gute Zusammenarbeit mit dem Schulträger die Salvatorschule weiter gedeihen lassen. Das Interesse des Ordens wird auch in Zukunft der Salvatorschule gelten, auch wenn keine Schwester mehr offiziell eingesetzt ist. Diese Intention ist erneut in einem Mitwirkungsvertrag zwischen dem Erz bischöflichen Ordinariat und unserer Provinzleitung im Dezember 1995 bekräftigt worden, in dem es u. a. heißt:" Der Schulträger ist bemüht, daß die Salvator- schule auch weiterhin im Geist und in der Tradition der Kongregation der Salvatorianerinnen geführt wird."


Sr. Felizitas Saffer