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Woher kommen eigentlich Reis, Mais, Zuckerrohr oder Soja? Und was hat unser tägliches Essen mit Kolonialismus, globalem Handel und den bis heute bestehenden Ungleichheiten in der Welt zu tun? Diesen Fragen gingen 16 Schüler:innen der Jahrgänge 8 und 9 in einem Workshop mit der entwicklungspolitischen Bildungsreferentin Dina Bustami nach, die den Workshop im Auftrag von SODI (Solidaritätsdienst International e. V.) durchführte.

Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass die Geschichte unserer Nahrung weit mehr ist als eine Geschichte von Pflanzen. Am Beispiel von Reis, Zuckerrohr, Soja und insbesondere Mais wurde deutlich, wie Pflanzen über Jahrtausende durch Migration, Handel und später durch die europäische Kolonialisierung weltweit verbreitet wurden. Dabei lernten die Schüler:innen, dass viele der heutigen globalen Handels- und Machtstrukturen ihre Wurzeln in der Kolonialzeit haben und bis heute nachwirken.

Besonders eindrucksvoll war die Geschichte des Maises. Bereits vor rund 9.000 Jahren wurde er im heutigen Mexiko aus der Wildpflanze Teosinte gezüchtet und entwickelte sich dort nicht nur zum wichtigsten Grundnahrungsmittel, sondern auch zu einem kulturell und religiös bedeutsamen Gut. Erst mit der Ankunft der Europäer gelangte der Mais nach Europa und verbreitete sich von dort weltweit. Heute wird der größte Teil der globalen Maisernte nicht mehr direkt als Lebensmittel genutzt, sondern als Tierfutter oder zur Energiegewinnung verarbeitet.

Im Workshop wurde deutlich, dass Geschichte nicht vergangen ist. Viele globale Ungerechtigkeiten – von der Ausbeutung natürlicher Ressourcen über ungleiche Handelsbeziehungen bis hin zu schwierigen Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft – lassen sich nur verstehen, wenn wir ihre historischen Ursachen kennen.

Zum Abschluss wurde gemeinsam gekocht: Aus Maismehl bereiteten die Teilnehmenden Arepas zu – ein traditionelles Maisfladenbrot, das vor allem in Kolumbien und Venezuela gegessen wird. Mit geriebenem Käse und frischen Tomaten schmeckte es allen hervorragend und machte die Verbindung zwischen Geschichte, Kultur und Ernährung unmittelbar erfahrbar.

Auch die sommerlichen Temperaturen konnten die Stimmung nicht trüben. Zwar machte ein am selben Tag aufgehängtes Flugblatt eindrücklich auf die Hitze in den Klassenräumen aufmerksam, dennoch arbeiteten alle Teilnehmenden bis zum Ende konzentriert mit.

Ein herzlicher Dank gilt Dina Bustami für einen ebenso informativen wie abwechslungsreichen Workshop, der gezeigt hat: Wer die Geschichte unserer Lebensmittel kennt, versteht auch die Gegenwart ein Stück besser.

 

Einfaches Rezept für Arepas

Zutaten (für ca. 8 kleine Arepas):

250 g vorgekochtes weißes Maismehl (Harina PAN oder vergleichbares Arepa-Mehl)
400 ml lauwarmes Wasser
1 TL Salz
optional: 1 EL Pflanzenöl
Zubereitung:

Wasser und Salz verrühren.
Maismehl langsam einstreuen und kurz ruhen lassen.
Zu einem weichen Teig verkneten.
Kleine Fladen (ca. 1,5 cm dick) formen.
In einer leicht geölten Pfanne von beiden Seiten jeweils 5–7 Minuten goldbraun backen.
Warm mit geriebenem Käse, Tomaten oder anderen Belägen genießen.