Bei klarem, sonnigen, wenn auch etwas kühlen Wetter haben sich diejenigen Schüler:innen der Leistungskurse Deutsch des dritten Semesters, die der bisherigen Erkältungswelle tapfer trotzen, am Donnerstag, dem 27.11.2025, nach Frankfurt/ Oder aufgemacht, um Heinrich von Kleists Geburtsstadt zu besuchen.
Christina Dalchau nahm die Besucher:innen aus Berlin am Bahnhof im Empfang und auf dem gemeinsamen Weg zur einzigen Kleist-Museum der Welt gelang es ihr, einen Einblick in die Lebenswelten des jungen Kleists nahezubringen. Wie sah der Blick aus seinem Elternhaus aus? Wo trafen sich die lokalen Adligen für kulturelle und gesellige Abende? Wo traf Kleist seine erste Liebe? Aber auch schon bei der Stadtführung wurde deutlich, dass es wenige gegenständliche Quellen von Heinrich von Kleists gibt, man sich letztlich diesen Autor insbesondere nur über Texte und Briefe, die er selbst geschrieben hat oder in denen er beschrieben wurde, annähern kann.
Er war ein Mensch, wie die Schüler:innen nun wissen, mit kastanienbraunen Haar, blauen Augen, der mit Ulrike eine Lieblingsschwester hatte, der Katzen nicht mochte und sehr gerne reiste.
Aber insbesondere ist Kleist der Autor von vielen Texten und insbesondere von dem Lustspiel „Der zerbrochne Krug“, mit welchem sich die Schüler:innen im Vorfeld im Deutschunterricht auseinandergesetzt haben.
Nicht nur in diesem Drama zeigt sich die Modernität von Kleists Schreiben, die dazu führt, dass seine Texte auch heute vielfältige Anknüpfungspunkte zu aktuellen Diskursen bieten. Fragen von Identität und Gerechtigkeit werden hier ebenso behandelt wie die Auswirkungen von Gewalt und die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen.
All dies lässt sich gut beim Besuch des Kleist-Museum nachvollziehen, welches sich in einer spätbarocken Garnisonschule von 1777 und einem Neubau aus dem Jahre 2013, direkt an der Oder befindet.
Insbesondere wird bei einem Besuch deutlich, dass Kleist ein Dichter war, der leidenschaftlich und virtuos mit Sprache umging.
Er selbst schreibt im Jahr 1806 über seine wohl nicht immer wohltuende Leidenschaft:
„Wär ich zu etwas Anderem brauchbar, so würde ich es von Herzen gern ergreifen: ich dichte bloß, weil ich es nicht lassen kann.“