Berlin Die ersten
ausgebildeteten Schulemediatoren der 6. Klassen der Salvator-Grundschule in
Berlin Waidmannslust sind seit Dezember im Einsatz. Innerhalb von drei Monaten
haben sie in einem speziellen Kurs gelernt, bei Konflikten ihren Mitschülerinnen
und Mitschülern zu helfen. Egal, ob es im Schulalltag um Rempeleien,
Vordrängeln, Petzen, Auslachen, Ausgrenzen oder um Beschädigen von Sachen
geht, immer können die "Streithähne" sich an die Konfliktlotsen wenden. Deren
Ziel ist es, die "Kontrahenten" zu einer einvernehmlichen fairen Lösung zu
bringen, für die beide selbst verantwortlich sind und die keinen Verlierer
zurückläßt.
Während ihrer Ausbildung lernen die Streitschlichterinnen und Schlichter sich selbst und ihren Umgang mit Konflikten besser kennen. Sie werden sich ihrer eigenen Stärken und Fähigkeiten bewusst und erfahren, wie sehr Gefühle die Wahrnehmung beeinflussen. Einen breiten Raum nehmen während des Trainings die Grundtechniken der Kommunikation ein. In vielen Rollenspielen lernen die Auszubildenden Zuhören, Verstehen und Vermitteln und werden so gefördert, sich gut mitteilen zu können, Toleranz für verschiedene Standpunkte zu entwickeln und ihre Meinung kompetent zu vertreten. In einer Gesamtkonfererenz haben diese Schülerinnen und Schüler inzwischen ihren Lehrerinnen und Lehrern in einem Rollenspiel überzeugend gezeigt, dass sie in der Lage sind, die Schlichtung von Streitigkeiten selbst in die Hand zu nehmen und damit u.a. auch ihre Lehrkräfte zu entlassen. Wenn den Kinder und Jugendlichen diese Kompetenz zugetraut wird, haben sie auch die Möglichkeit, Verantwortung für sich und die Schule zu übernehmen.
Die Konfliktlotsen werden auch weiterhin von ihren Ausbilderinnen begleitet. Einmal wöchentlich treffen sie sich mit ihnen, um Erfahrungen auszutauschen, Probleme, die während der Woche aufgetaucht sind, mit ihnen zu besprechen und nach Bedarf an Fallbeispielen zu üben. Nach Ostern beginnt der nächste Kurs mit Fünfklässlern, die dann nach ihrem Training in den letzten Wochen vor Schuljahresende Gelegenheit haben, bei den "Großen" zu hospitieren. Elemente des Ausbildungsprogramms können auch Gegenstand des Unterrichts in allen Kassen sein. Langfristig kann das Modell durch einen respektvollen und toleranten Umgang miteinander das Schullklima immer mehr verbessern, die sozialen Kompetenzen stärken und einen positiven Beitrag zumSchulprofil leisten.
Schwester Felicitas Saffer