Freie Schulen unter freiem Himmel
Protesttag der Nord-Berliner Schulen : Waldorfschule Märkisches Viertel, Freie Schule Pankow, Salvator-Schule, Evangelische Schule Frohnau
Gäste: Frau Wanjura, Frau Senftleben, Herr Schruoffeneger

Wenn Schließungen oder Schulgelderhöhungen bei den Schulen in freier Trägerschaft dazu führen, dass Schüler von den freien Schulen in die Landesschulen wechseln, dann kommen auf das Land langfristig gesehen höhere Kosten als bisher zu.

 

 

 

 

 

 

 

Hunderte von Luftballons trugen Protestkarten über ganz Berlin

Selbstverständlich wollen sich alle Freien Schulen an den Sparmaßnahmen der Berliner Schule beteiligen! Das war schon immer so, und dies garantiert der Maßstab der staatlichen Zuschüsse für Schulen in Freier Trägerschaft. Wir tragen automatisch alle staatlichen Sparmaßnahmen im Schulbereich mit.
Bereits die jetzige Bezuschussung deckt nur ca. 63% der vom Land behaupteten Gesamtkosten seiner eigenen Schulen. Damit liegt die Refinanzierung im Vergleich zu den anderen Bundesländern im unteren Bereich.
Auch die Eltern der Kinder an den freien Schulen sind normale Steuerzahler. Warum sollen sie noch einmal kräftig zur Kasse gebeten werden, wo sie doch bereits durch die Unterstützung des freien Schulträgers das Land von Kosten entlasten, für die sie schon Steuern gezahlt haben.

 

  Frau Lauff, Schulleiterin der Salvatorschule

Frau Wanjura, Büürgermeisterin von Reinickendorf und ehemalige Schülerin der Salvatorschule

Peter Strieder hält eine Senkung der Zuschüsse bei den konfessionellen Schulen für gerechtfertigt, weil so "die Religions-gemeinschaften besonderen Einfluss auf die Wertorientierung nehmen könnten, also einen besonderen Nutzen aus den Privatschulen ziehen" könnten.

 

 

 

Tim Schindler, Schulspecher der Salvatorschule

Die Aussagen Strieders, wonach die Kürzungen der Landeszuschüsse von 97 auf 90 Prozent gerechtfertigt seien, weil die Kirchen in den konfessionellen Schulen ein Eigeninteresse verfolgen, seien "verfassungsrechtlich höchst bedenklich", sagte Verfassungsrechtler Jach im Berliner ABgeordnetenhaus.

Klug sparen heißt möglichst schnell 20, 30, 50 neue Schulen in freier Trägerschaft zu eröffnen.    

 

 

 

 

 

 

Die Big-Band der Salvatorschule mit ihrem Dirigenten, Herrn Feiten

Eine Erhöhung des Schulgeldes bei den freien Schulen hätte zur Folge, dass es sich nur noch eine soziale Auslese leisten könnte, also eine nach dem Grundgesetz (§7, Ziff.4) zu vermeidende Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern gefördert wird.
Wenn tatsächlich Einsparungen das Ziel sind, dann könnte der Sparbeitrag der Schulen in freier Trägerschaft in einer vom Land geförderten Einrichtung weiterer Schulen in freier Trägerschaft bestehen. Bei weniger als 5% der Berliner Schüler an freien Schulen ist das hier vorhandene Potential noch lange nicht ausgeschöpft.
97% der vergleichbaren Personalkosten, die das Land refinanziert, machen nur 63% der Gesamtkosten einer Schule aus. Somit ersparen die freien Träger dem Senat schon jetzt für jeden ihrer Schüler jährlich € 2.300. .
Die öffentliche Schulen in Freier Trägerschaft sind integraler Bestandteil eines demokratischen, pluralen Bildungssystems. Deshalb ist die geplante Kürzung eine krasse Benachteiligung, die den Bestand des Freien Schulwesens akut gefährdet. Damit werden auch pädagogisch kreative, reformorientierte Initiativen ausgeschaltet.
Die Kürzung muss zurückgenommen werden. "Die freien Schulen dürfen nicht zu elitären Einrichtungen werden", resümierte Özcan Mutlu

 

 

Oliver Schruoffeneger, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen