Die Sonnenfinsternis
fiel genau in meine beiden Freistunden. Also baute ich auf dem
Schulgelände eine provisorische
Projektionseinrichtung zur Abbildung der Sonne auf.
Da
ich im Lehrerzimmer und bei einigen Schülern
zuvor verbreitet hatte, dass man in der fünften und sechsten
Stunde die zum
Teil durch den Mond verdunkelte Sonne auf dem Schulhof betrachten
könnte, kamen dann auch viele Klassen vorbei und beobachteten das
Spektakel. Es waren bestimmt mehr als 200 Schülerinnen und
Schüler und auch viele Kolleginnen und Kollegen da, die ohne diese
Aktion von der Sonnenfinsternis überhaupt nichts mitbekommen
hätten. Einige wussten aber auch, dass sich in der Türkei die
Sonne sogar total verdunkeln würde. Es gab viele interessante
Gespräche darüber, wie denn der Feldstecher zum Projizieren
benutzt werden könnte und wie eine Sonnenfinsternis überhaupt
entstehet.
Und
zum Schluss noch eine kleine Wiederholung
aus dem Physik-Unterricht:
Eine Sonnenfinsternis (siehe
Skizze) entsteht immer dann, wenn die Bahn des Mondes direkt zwischen
der Erde und der Sonne hindurch führt. In den Orten der Erde, auf
die der Kernschatten (schwarz)
des Mondes trifft, herrscht eine totale Abschattung der Sonne. Da sich
die Erde dreht, zeichnet der Kernschatten über mehrere Stunden
eine einige 100 km breite Schattenspur über die Erde, die einige
tausend Kilometer lang sein kann. Dort, wo der Halbschatten (grau) auf die Erde
trifft, kann man eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Der Mond
bewegt sich dann im Verlauf von etwa zwei Stunden langsam vor der
Sonne vorbei.
Ursache
dafür ist, dass der Mond seine Bahn um die Erde beschreibt. Weil
die Ebene der Bahn des Mondes um die Erde nun auch noch periodisch
ihr Neigung ändert, kommt es nicht alle Monate zu einer
Sonnenfinsternis,
denn meistens kommt der Mond etwas oberhalb oder unterhalb der
Verbindungslinie zwischen Sonne und Erde vorbei. Das ist dann die Zeit
des Neumondes, in der der Mond von der Erde aus nicht sichtbar ist,
weil nur seine Rückseite von der Sonne bestrahlt wird. In der
Nacht vor oder nach einer Sonnenfinsternis wird man also den Mond
vergeblich am Himmel suchen oder nur eine extrem schmale Sichel sehen.