Mexikanischer Bischof in der Salvator-Schule
Am Dienstag den 12.12.06 besuchte uns der Vorsitzende der mexikanischen Bischofskonferenz in der Schule um im Zusammenhang mit der Adveniat-Aktion 2006 über die Situation der Migranten in Lateinamerika zu erzählen.

Bischof Carlos Aguiar Retes kam in der dritten und vierten Stunde und berichtete in der Aula vor ca. 150 Schülern aus verschiedenen Klassenstufen über die aktuelle Lage in Mexiko und die Arbeit der dortigen Kirche. Herr Wilhelm, Mitarbeiter von Adveniat, erklärte, man wolle mit den verschiedenen Veranstaltungen zu der Weihnachtsaktion „für das Thema der Migration sensibilisieren“. Das katholische Hilfswerk Adveniat setzt sich seit 45 Jahren für die Menschen in Mittel- und Südamerika ein, in dem es vor allem bei der jährlich an Weihnachten stattfindenden Aktion Spenden sammelt. Das Motto diesen Jahres lautet „…unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens“ (Lk 1,79) und behandelt das Thema der Migration am Beispiel Mexikos.

Der Bischof von Texcoco, einem Randbezirk der 25-Millionen-Metropole Mexiko-Stadt, beschrieb die drei Hauptprobleme, die Mexiko derzeit belasten. Zum einen wäre das die so genannte Binnenemigration, das Abwandern aus den ländlichen Regionen in die großen, vollkommen überbevölkerten Städte, in der Diözese ist etwa die Hälfte der Einwohner in den letzten Jahren neu zugezogen. Außerdem die Migration über die Nordgrenze Mexikos in die USA, die an Gefährlichkeit zunimmt, aber oftmals die einzige Hoffnung für die Flüchtlinge darstellt. Ein weiteres schwerwiegendes Problem stellen die Flüchtlinge aus Zentral- und Südamerika dar, die das sich in Nord-Süd-Richtung über 4000 km ausdehnende Land durchqueren müssen um ihr Land der Träume zu erreichen. Alle diese Bewegungen haben jedoch denselben Grund: Die bittere Armut infolge hoher Arbeitslosigkeit zwingt die Menschen ihre Heimat zu verlassen und ihr Glück in der Fremde zu suchen. Doch hier finden sie nur selten bessere Bedingungen vor und das soziale Elend holt sie umso schneller wieder ein. An diesem Punkt setzen kirchliche Organisationen wie Adveniat an, denn oftmals ist das Einzige, was den Migranten bleibt, der tief verwurzelte Glaube, wobei 88% der Mexikaner römisch-katholisch sind. In vielen unterschiedlichen Einrichtungen finden die Migranten Zuflucht, vor der korrupten und gewaltbereiten Polizei, tagtäglich erlebten Verbrechen und auch vor der eigenen Hilflosigkeit.

Weiterhin berichtete Bischof Aguiar Retes von den Bemühungen der Verantwortlichen die Ursachen der Migration zu überwinden. US-Amerikanische und Mexikanische Bischöfe haben beispielsweise bereits ein gemeinsames Schreiben verfasst, in welchem sie an die Politiker appellieren und sich für die Rechte und den Schutz der Menschen ohne Heimat einsetzen. Bei seinem Besuch in der Salvator-Schule betonte der Bischof besonders die Notwendigkeit politischer Reformen und der Stärkung der Regionen als konkretes Handlunggebot um der extremen Armut Einhalt zu gebieten.
Der später präsentierte Film zeigte besonders die Gefahren des so genannten „Todeszuges“, einem Güterzug, auf welchen die Flüchtlinge verbotenerweise aufspringen, und des Grenzübertritts. Er appellierte an das Mitgefühl und den Verstand jedes Einzelnen und warf die Frage auf, die Frau Lauff nach einer allgemeinen Fragerunde am Ende der Veranstaltung stellte: „Was können WIR tun?“
Diesem und anderen Gedanken wurde auch später im Unterricht noch nachgegangen und letztendlich kamen alle zu dem Schluss, dass gerade solche Informationsveranstaltungen ein erster Schritt der Hilfe sind, mit der die Aufmerksamkeit der Welt auf diesen Konflikt gerichtet und so vielleicht auch hier irgendwann ein Friede gefunden wird.
Mehr Infos zur Adveniat-Aktion 2006 und zur Migration in Mexiko unter: www.adveniat.de