Die Klasse 9 R der Katholischen – Schule – Salvator besucht Schwester Monika im "Haus Sonnenblume"
|
Vor der Fahrt am heißesten Tag des Jahres |
Nach einem etwas größeren Umweg, Herr von Poblotzki meinte doch tatsächlich fast über Potsdam fahren zu müssen, da er am Kreuz Oranienburg nicht Richtung Prenzlau, sondern nach Hamburg fuhr, kamen wir aber doch fast pünktlich um 9.45 Uhr bei Schwester Monika an. Eine viertel Stunde später als geplant, aber noch innerhalb der Zeit, die man sich verspäten darf, ohne unhöflich zu sein.
Schwester Monika empfing uns sehr freundlich und ihre erste Frage war, ob wir etwas trinken wollten. Sie bat uns Kaffe, Selters und Saft an, so war für unser leibliches Wohl auch gesorgt. Das "Haus Sonnenblume" ist von außen, wie wir später sahen auch von innen, überhaupt nicht als ein Altbau zu erkennen, sondern die Fassade ist schneeweiß und die herumliegenden Gerüste und Reste von Baumaterialien zeugten von gerade abgeschlossenen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten.
|
Während des Interviews klingelte öfter mal das Handy |
So führten wir unser Interview mit Schwester Monika durch. Sie stand uns zu allen Fragen Rede und Antwort und wich keinen Fragen aus, auch denen nicht, die ganz persönlich an sie gestellt waren (s. Interview unten). Viktoria stellte die vorher formulierten Fragen wie eine professionelle Reporterin und Adam verfasste in Kurzform das Gesprächsprotokoll.
|
Schwester Monika wich keinen Fragen aus |
So fuhren wir gegen Mittag wieder zurück nach Berlin und waren wirklich tief beeindruckt von der Fürsorge und vor allen Dingen von der Persöönlichkeit der Schwester Monika.
Wir wünschen ihr noch viel Kraft und Segen für ihre Arbeit!
9R: Wie sah ihr bisheriger Lebensweg aus? Was machten Sie vorher?
Schwester Monika: Ich bin mit 20 Jahren in den Franziskaner Orden eingetreten. Ich komme ursprünglich aus den neuen Bundesländern und da wollte man nichts von Problemen wissen, so dass ich Schwierigkeiten hatte mit Randgruppen zu arbeiten.
|
Vorrangig wollen wir die Kinder
mit ihren verzweifelten Müttern schützen |
9R: Wann wurde das Haus eröffnet?
Sch.M: 1998 haben wir den Verein Sonnenblume ins Leben gerufen. Im Januar ´99 haben wir dann dieses Haus bezogen und im Juli ´99 haben wir dazu die Genehmigung erhalten.
9R: Wie stellen sie sich die Zukunft des Hauses vor?
Sch.M: Im Leben kommt immer alles anders als man denkt und hofft, deswegen kann ich dazu momentan leider nichts sagen.
9R: Wie finanzieren sie denn das Ganze?
Sch.M: Es ist eine Art Mischfinanzierung. Wenn Frauen uns ihre Papiere vorlegen, dann können wir sie an die Behörden weiterleiten und erhalten somit vom Staat Geld, da allerdings die meisten Frauen anonym bleiben wollen ist die Anzahl derer, die ihre Anonymität preisgeben wollen, recht niedrig. Das meiste Geld bekommen wir durch Spenden. Der Verein ‚Ein Herz für Kinder' finanzierte das Haus mit.
9R: Woher nehmen sie die Kraft dieses Haus zu führen?
Sch.M: Dieses Haus ist mehr mein Leben als mein Beruf. Der Glaube ist meine größte Kraftquelle, ohne meinem Glauben würde ich das wohl kaum schaffen. Aber andere Leute haben auch andere Kraftquellen und oft hilft reden. Dabei hab ich mir angewöhnt eine gewisse Distanz zwischen mir und den schwangeren Frauen zu halten, denn wenn ich mich da zu viel hinein steigern würde, würde ich das wohl kaum durchhalten.
9R: Wieviel Personen waren seit der Gründung des Hauses hier?
Sch.M: Genau kann ich das nicht sagen, aber es waren glaub ich 4 Frauen und 4 Kinder die hier lebten. 2 Kinder wurden bereits adoptiert.
9R: Wollen viele Mütter anonym bleiben?
Sch.W: Die meisten Frauen wollen anonym bleiben. Doch später hebt sich die Anonymität selbst auf, denn wenn die Frauen von sich erzählen kommt so manches ans Tageslicht.
9R: Was wünschen sie sich für dieses Haus?
Sch.M: Daß wir vielen Kindern das Leben retten können.
9R: Kann man auch bei ihnen anfangen mitzuarbeiten, wenn man möchte?
Sch.M: Es ist sehr schwer bei uns ein Praktikum zu machen, da dadurch die Anonymität der Frauen, die zu uns kommen, gefährdet wird.
9R: Kann man irgendwie anders helfen, wie zum Beispiel durch Spenden?
Sch.M: Ja natürlich wir können immer Hilfe gebrauchen. Zum Beispiel können wir immer sehr viele Babypflegeartikel gebrauchen wie zum Beispiel Windeln oder Babypuder, aber auch Lebensmittel Konserven, nicht nur Babynahrung, sondern auch normale Nahrung, weil manchmal Frauen mitten in der Nacht kommen. Dann braucht man natürlich etwas zum Essen das sich schnell zubereiten läßt, aber auch Geldspenden nehmen wir gerne an. Dabei muss bedacht werden, daß Naturalien genauso wichtig sind wie Geld.
9R: Helfen Sie nur christlichen Frauen oder auch andersgläubigen Frauen?
Sch.M: Natürlich helfen wir allen Frauen. Häufig kommen auch moslemische Frauen, weil diese Frauen oft es sogar noch schwieriger haben. Sie stehen ständig in der Angst, von ihren Ehemännern getötet zu werden, da nach moslemischem Recht eine Frau getötet werden kann, wenn sie vor der Ehe ihre Jungfräulichkeit verloren hat, auch wenn es sich dabei um eine Vergewaltigung handelt.
|
Adam Grekowitz, Verena Gellert, Julia Gillmann, Iris Özükan, Viktoria Machalitza. |