Peers und Konfliktlotsen der Salvatorschule (Oberschule) zu Besuch bei der Bundesjustizministerin

Michael Hilpert

Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin Am 6.Mai waren die Peers und Konfliktlotsen der Salvatorschule (Oberschule) von der Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin in ihr Ministerium eingeladen. Gemeinsam mit StreitschlichterInnen aus sechs weiteren Berliner Schulen gingen sie der Frage nach, ob die schrecklichen Vorfälle in Erfurt eigentlich hätten verhindert werden können.

Einig waren sich alle SchülerInnen, dass selbst ein "Super-Streitschlichter-Team" einen solchen Ausbruch von Gewalt nicht ausschließen kann. Zu vielfältig sind die Gründe, die den Amokläufer in die Isolation getrieben haben könnten.

Gesprächsbereitschaft untereinander und Vermittlung in Streitsituationen können aber das Klima innerhalb einer Schulgemeinschaft insgesamt entspannen. Je besser man seine Klassenkameraden und Mitschüler kennt, desto geringer ist die Gefahr, dass jemand zum totalen Außenseiter wird und letztlich in eine scheinbar aussichtlose Situation gerät. Im Umgang mit Schulstress und Problemen mit Eltern, Lehrern und Mitschülern hilft der Mut, über diese Probleme zu sprechen. Peers und Konfliktlotsen können dabei Ansprechpartner sein.

Ob die Gewalt in manchen Computerspielen mitverantwortlich für die ansteigenden Probleme an den Schulen ist, war während des Gespräches im Bundesjustizministerium sehr umstritten. Auffällig allerdings war, dass besonders die Mädchen dieses Argument unterstützten, während zahlreiche Jungen da durchaus anderer Meinung waren ("Gerade durch diese Spiele reagiere ich mich ab!").

Für die Peers und Konfliktlotsen unserer Schule war dies ein Nachmittag mit vielen neuen Erkenntnissen und sie freuen sich darauf, nach dem Sommerferien an der Fortsetzung des Gesprächskreises teilzunehmen.


Fotos: Michael Hilpert 05/2002

 

 

 


Aus der Presseeinladung der Bundesjustizministerin:

Mit den Schülern sprechen, nicht nur über sie!
Einladung für die Presse
Nr. 20 / 02 Berlin, am 3. Mai 2002
Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin diskutiert Montag mit Schüler-Konfliktlotsen:

"Gerade nach Erfurt gilt es, mit den Schülern zu sprechen, nicht nur über sie!"

Bundesjustizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin hat am kommenden Montag die Konfliktlotsen Berliner Schulen im Bundesministerium zu Gast. Thema ist der schreckliche Amoklauf in Erfurt und die Probleme, Sorgen und Hilfsmöglichkeiten, die vor allem die als Konfliktlotsen tätigen Schülerinnen und Schüler vorschlagen.

Die Bundesjustizministerin: "Gerade die Konfliktlotsen tun viel gegen Aggressivität und Gewalt in den Schulen. Konfliktlotsen gibt es noch längst nicht in allen Bundesländern. Die furchtbare Tat von Erfurt hat gezeigt, dass in den Schulen mehr getan werden kann und muss, um mit den Schülerinnen und Schülern Gespräche, Umgang und Miteinander zu verbessern. Das hilft gegen die Aggressionen, die Gewalt hervor bringen. Ich bin sicher, dass die jungen Konfliktlotsen mit ihren Erfahrungen wertvolle Anregungen haben."

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich willkommen teilzunehmen

am Montag, 6. Mai 2002, um 14 Uhr
im Bundesministerium der Justiz,
Mohrenstraße 37 in 10117 Berlin-Mitte.

Zu Ihrer Information: Konfliktlotsen sind Schülerinnen und Schüler, die sich an ihren Schulen freiwillig als Ansprechpartner zur Verfügung stellen, die Streits schlichten und bei Konflikten vermitteln. Durch besonders geschulte Lehrer und Trainer werden sie zuvor in verschiedene Techniken der altersgerechten Streitschlichtung eingewiesen.

Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin hatte bereits mehrfach Konfliktlotsen aus Berlin und Brandenburg zu Gast und auch Schulen besucht, um vor Ort mit den jungen Mediatoren zu sprechen.