Frieden im Nahen Osten?

Dieser Frage widmeten sich die Leistungskurse PW von Herrn Großmann und Herrn Behnke in einer Unterrichtsreihe über drei Wochen. Ausgehend von den historischen Wurzeln des Konflikts analysierten und bewerteten die Schülerinnen und Schüler des vierten Semesters Ursachen und Bedingungsfaktoren dieses seit Jahrzehnten die Weltpolitik bestimmenden Problems. Um die unterschiedlichen Perspektiven der Konfliktparteien nachvollziehen zu können, traten wir nach intensiver sachlicher Vorbereitung in den direkten Dialog mit den offiziellen Vertretern Israels und Palästinas.

Am 3. Mai diskutierten wir mit Herrn Abdullah Hijazi von der Generaldirektion Palästinas, der uns in einem zweieinhalbstündigen Gespräch seine Einschätzung über noch bestehende Chancen des Friedensprozesses mitteilte. Darüber hinaus erörterten wir eingehend die Rolle des Palästinenserpräsidenten Arafat, den Herr Hijazi allen israelischen Forderungen des Rücktritts zum Trotz als Symbolfigur seines Volkes bezeichnete, der allein dazu in der Lage sei, die unterschiedlichen Bewegungen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft zu integrieren. Weitere Schwerpunkte des von beiden Seiten sehr engagiert geführten Gesprächs konzentrierten sich auf die unterschiedlichen Hoffnungen bezüglich des Handelns internationaler politischer Akteure (USA, EU, UN, Arabische Liga).

Zwei Wochen später, am 14. Mai, besuchte uns mit Herrn Meiser ein Vertreter der Botschaft Israels. In einem sehr faktenreichen Vortrag legte der Besucher zunächst die israelische Sichtweise des zur Zeit eskalierenden Konfliktes dar. Schon in dieser Einleitung wurden die grundlegenden Differenzen zwischen Israel und Palästina deutlich. Insbesondere die mangelnde Kompromissbereitschaft Yassir Arafats wurde heftig kritisiert, der sowohl in Camp David (Juli 2000) als auch in den noch folgenden Dialogen wenig Konstruktives zu einer Fortführung des Friedensprozesses beigetragen habe. Das Gespräch, das gegen 11. 45 begonnen hatte, dauerte aufgrund vieler Fragen und sehr detaillierter Klärungsbemühungen bis ca. 14. 30 Uhr.

Herr Meiser von der israelischen Botschaft und Herr Großmann bei der Veranstalung am 14. Mai 2002


© großmann - mai 2002