Dabei sein ist nicht
immer alles!
Die
Aula unserer Salvator Schule wenige Minuten vor halb
eins: Kinder der 6. und 7. Klassen laufen aufgeregt und nervös durch die Gegend
und auch ein Fotograph tummelte sich schon auf der großen Pause davor, auf dem
Schulgelände herum. Angekündigt hatte sich Herr Dr. Thomas Bach, seines
Zeichens Deutscher Olympischer Sportbund-Präsident, welcher dann auch wenige Minuten nach halb eins, mit einem freundlichen
Lächeln, in der Aula eintraf.
Nun
kehrte Stille und Aufmerksamkeit dem besonderen Gast gegenüber ein, doch die
Stille sollte nicht lang anhalten, denn die Kinder konnten Herrn Dr. Bach jede
Frage stellen. Zuerst jedoch begrüßte Herr Mies, Schulleiter der Grundschule,
den Ehrengast sehr herzlich und gab dann den Startschuss für das
Frage/Antwortspiel, das auf Initiative von
Sportlehrer Reinhard Otto-Kulla zustande gekommen war.

Um
die ganze Atmosphäre aufzulockern, rückte Dr. Bach mit den Kindern näher
zusammen, danach sollte er erst einmal von seinem Leben und von seiner sportlichen
Karriere erzählen. Vornehmlich hatte Herr Dr. Bach Fußball gespielt, das
Fechten wollte er zuerst nicht so recht annehmen, aber mit 6 Jahren kam er doch
zum Sport mit dem Florett.
Die
Kinder löcherten ihn mit vielen Fragen zu seiner sportlichen Zeit, jedoch kam
er immer wieder zu seiner jetzigen Aktivität im DOSB (Deutscher Olympischer
Sport –Bund) zu sprechen. Er erklärte, dass der Gedanke von Olympia weitaus
mehr sei, als nur „Dabei sein ist alles“, man will versuchen mit Olympia ein
Zeichen zu setzen. Es ginge um Ländergemeinschaft und Verständigung zwischen
den Volksgruppen. Das deutlichste Zeichen sei wohl das Olympische Dorf, wo
gezeigt wird, dass alle Nationen auf einem Fleck leben können, ohne sich zu
bekriegen!

„Auch
ein politisches Faktum ist bei einer so großen und medienwirksamen
Veranstaltung nicht auszuschließen“, so Dr. Bach, man versuche auch politische
Aspekte zu verdeutlichen, indem man zum Beispiel Nord- und Südkorea zusammen
ins Stadion einlaufen lässt, oder ihnen eine gemeinsame Flagge zuteilt.
Auch
das Thema Doping kam selbstverständlich auf, jedoch schien Doping nach Dr.
Bachs Aussagen damals keine große Rolle im Fechten gespielt zu haben. Doping
könne man heutzutage nicht mehr ausschließen, weil es immer Leute geben wird die Dopen, doch man muss alles versuchen um dies zu stoppen,
so die Aussage.
Die
Zeit drängte und die Damen und Herren, die mit Herrn Dr. Bach mitgekommen
waren, deuteten an, dass der Zeitplan eingehalten werden musste. Davon ließ
sich Dr. Bach jedoch nicht beirren und stellte den Kindern auch noch seine
Fragen, zum Beispiel wie ihnen der Sportunterricht gefällt, oder in welchen
Sportvereinen sie sind, denn nach seiner Auffassung, kann Sport nur richtig im
Verein getrieben werden, und das sollte er auch.

„Ein guter Sportunterricht sollte abwechslungsreich sein,
sowohl bei den Sportarten als auch in den Übungen. Er sollte auch dazu anregen,
sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, was der Sport einem selbst bringt,
gerade auch im Verhältnis zu anderen. Deshalb bin ich auch definitiv dafür,
mehr Sport an der Schule zu haben. Wer Sport treibt, lernt leichter und
besser."
Der Fotograph hatte nun genug Fotos aus allem möglichen
Perspektiven geschossen, die mitgereisten Journalisten und Sekretäre waren
schon sehr ungeduldig, jedoch für ein paar Fotos und einen Eintrag in das
Gästebuch der Schule musste noch Zeit sein. Wahrscheinlich konnten nicht alle
Fragen beantwortet und jedes persönliche Erinnerungsfoto geschossen werden,
jedoch wird dieses Aufeinandertreffen bleibende Erinnerungen bei den Kindern
hinterlassen haben.