Fachbereich PHYSIK

gegenwärtige Lehrer

Name seit
Fr. Görlitz 2009    
Fr. Hohmann 1991    
Hr. Dr. Ringer 2016    
Hr. Ruppel-Kusch 2014    
Hr. Schmid 2013    
Hr. Thiede 1997    

ehemalige Lehrer

Name von - bis
Hr. Baberske 1998 - 2006
Hr. Blümich 1978 - 2015
Fr. Dippel 2013 - 2015
Hr. Dr. Hansen 1995 - 2001
Hr. Huber 2011 - 2012
Fr. Iwanowski 1973 - 1996
Fr. Knecht 1988 - 1997
Hr. Mattern 2015 - 2015
Hr. Rattay 1988 - 2011
Fr. Rösler 1953 - 1988
Hr. Sewerin 2017 - 2017
Fr. Weber 1980 - 1986
Hr. Ziegra 1952 - 1985


Und es bewegt sich doch!

 

Wenn man ehemalige Schülerinnen und Schüler nach ihren Erinnerungen an den Physikunterricht an der Salvatorschule fragt, schildern sie eine Alter Physikraum Atmosphäre, wie sie in der "Feuerzangenbowle" dargestellt wird: ein enger Raum mit alten Bänken, die nach hinten ansteigen, und ein liebenswertes Original als Physiklehrer. Nur noch zwei kurze Bankreihen, die alte Tafel und der Schaltkasten zeugen im Treppenhaus des Neubaus (1989) von dieser Zeit.

Mit dem Bezug des Neubaus wurden die Unterrichtsmöglichkeiten in den naturwissenschaftlichen Fächern entscheidend verbessert. Da sowohl ein Hörsaal als auch ein Übungsraum zur Verfügung stehen, können die Schülerinnen und Schüler nun öfter selber experimentell arbeiten.

Mit den neuen Räumlichkeiten ergab sich nun die Möglichkeit, an neue Unterrichtskonzepte für den naturwissenschaftlichen Unterricht zu denken. Da jetzt der Physikunterricht erst in Klasse 8 einsetzt, dem Fach Chemie die Stundentafel gekürzt wurde, bestand dringender Handlungsbedarf. Gegen Ende eines halben Jahrhunderts SALVATOR sahen wir uns außerdem veränderten Erwartungen der Schüler ausgesetzt. Als notwendige Konsequenz folgte die Gründung einer Arbeitsgruppe Naturwissenschaft. Fortan setzten sich nun Lehrer für Chemie, Biologie, Erdkunde, Informatik, Mathematik und Physik regelmäßig zusammen. In vielen abendlichen Tagungen in privaten Räumen, verbunden mit kulinarischen Genüssen, die unsere Denkprozesse unterstützten, arbeiteten wir an Konzepten für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Darin bilden fächerübergreifende und projektorientierte Unterrichtsformen den Schwerpunkt. Durch Absprachen zwischen den Fächern konnten auch Inhalte verlagert werden. Insbesondere die in den Fächern oft unterschiedliche Sprechweise über die gleichen Inhalte, die für den Lernprozess sehr hinderlich ist, wurde unter die Lupe genommen. Für den Physikunterricht wurden für einzelne Themenbereiche Praktika und Sequenzen für Gruppenarbeit erstellt, bei denen die Lernenden selbständig experimentieren und protokollieren. In einem Bücherschrank im Übungsraum findet man naturwissenschaftliche Fachliteratur von der Zeitschrift über populärwissenschaftliche Darstellungen bis zu Schulbüchern und Fachbüchern. Damit wird das selbständige Arbeiten gefördert.

Naturwissenschaftlicher Neubau Viel schwieriger als erwartet, gestaltete sich die praktische Umsetzung. Schließlich gelang es uns aber doch, im Schuljahr 93/94 in 8. Klassen erste praktische Erfahrungen mit der Umsetzung unserer Ideen zu sammeln. Da sich die Unterrichtsveränderungen in jeder Hinsicht positiv auf die Schüler auswirkten, kamen im Laufe der Zeit noch neue Überlegungen hinzu, z. B. der nach Jungen und Mädchen getrennte Physikunterricht. Hier sollen die differenzierten naturwissenschaftlichen Ineressen der Mädchen und Jungen bessere Berücksichtigung finden. Die Umsetzung in einer 9. Realschulklasse brachte besonders für die Mädchen eine Steigerung ihrer Mitarbeit, bessere Motivation entsprechend dem Erfahrungsbereich der Mädchen und nicht zuletzt eine spürbare Verbesserung der Lernergebnisse.

Wegen zunehmender organisatorischer Schwierigkeiten, die letztendlich in den Sparzwängen des Bildungswesens begründet sind, ist die praktische Umsetzung unserer Konzepte in den letzten zwei Jahren immer schwieriger geworden. Trotzdem suchen wir weiter nach Möglichkeiten, unsere traditionellen Unterrichtsformen den veränderten praktischen Erfordernissen anzupassen. Unterrichtsformen, mit denen schon unsere Eltern und Großeltern Wissen vermittelt bekamen, müssen weiterhin auf dem Prüfstand bleiben und durch Formen, die an den heutigen Lebensumständen orientiert sind, ergänzt bzw. ersetzt werden. Die räumlichen Rahmenbedingungen dazu konnten für den naturwissenschaftlichen Unterricht geschaffen werden, das ist schon ein wichtiger Schritt.

Neue Probleme entstehen aus der immens gewachsenen Schülerzahl an unserer Schule: Allgemeine Raumnot und zu kleine Räume zwingen dazu, in steigendem Maße Sprachunterricht, PW-Unterricht usw. in die großen naturwissenschaftlichen Fachräume zu verlagern, während gleichzeitig beispielsweise Physikunterricht im Biologieraum stattfinden muss.

Wir beginnen also wieder zu improvisieren, wie wir es im altehrwürdigen Chemie- und Physikraum gewohnt waren. Damit können wir aber unseren Schülerinnen und Schülern nicht gerecht werden. Wir müssen uns wieder Neues einfallen lassen. Doch gegen akute Raumknappheit sind auch gute Ideen recht machtlos. Es müssen grundsätzliche Veränderungen in der Schule folgen.

Jutta Hohmann, Wolf-G. Blümich


© Wolf-G. Blümich, bluemich@salvator.net, Stand: 28.01.2003