Funkwochenende in Jessern


Vom 4. bis 6. April fuhren Thomas, DH7TNO, und Sascha, DH6TJ mit der Horde Frischlizenzierter von der Amateurfunk-AG der Salvatorschule auf Wochenendtour. Sie trafen sich vor der Salvatorschule. Das Wetter war fantastisch, die Vorfreude groß, eigentlich die besten Voraussetzungen für ein tolles Wochenende in Jessern am Schwielochsee. Doch schon, als sich die Kursteilnehmer der Amateurfunk-AG um 15.00 Uhr zur Abfahrt trafen, gab es ein erstes Problem, denn einer der drei Fahrer stellte fest, dass sein Autoschlüssel noch im verschlossenen Wagen steckte. Also wurde erst einmal der ADAC gerufen, der dann binnen weniger Minuten und unter neugierigen Blicken der Newcomer und der Betreuer das Auto „knackte“. Nachdem die „Gelben Engel“ wieder verschwunden  und die letzten Fahrtteilnehmer eingetroffen waren, wurden Gepäck und Funkausrüstung eingeladen und es konnte nach einer Viertelstunde Verzögerung endlich losgehen.

In der Stadt herrschte ziemlich dichter Verkehr, doch da jeder der Fahrer mit einem Funkgerät ausgestattet war, waren ständige Absprachen möglich und keiner verlor die anderen aus den Augen. Die Fahrt war recht vergnüglich, es wurde gefunkt, gelacht, Musik gehört (von Pop bis Musical), anderen Autofahrern zugewunken, mit dem LKW-Fahrer Ruppi angebandelt..... Nachdem sich die Truppe dann doch noch kurz verfahren hatte, kamen am frühen Abend alle heil in der Jugendherberge „Alte Schule“ an. Manfred, DL7JM, der den VW-Bus nach Jessern gefahren hatte, machte sich gleich wieder auf den Heimweg. Andi, DO5JKN, blieb noch da, um später beim Aufbau der Antennen und Funkgeräte zu helfen.

Zuerst aber wurden die Zimmer verteilt und bezogen, danach ging es zum Abendessen in eine kleine Gaststätte, die nur ein paar Meter zu Fuß entfernt war. Mit vollen Bäuchen wurden dann die Antennen aufgestellt oder zwischen den Bäumen gespannt, was von der einbrechenden Dämmerung nicht besonders unterstützt wurde. Inzwischen bauten die beiden YLs die Funkgeräte im Aufenthaltsraum auf. Dann fuhr auch Andi wieder nach Hause und Thomas, DH7TNO, und Susi mussten alleine mit der aufgedrehten Horde junger Funkamateure klarkommen und sie zum Ins-Bett-Gehen bewegen. Natürlich kam niemand auf die Idee, sofort zu schlafen und in den Zimmern ging es noch eine Zeit lang recht munter zu. Erst gegen Mitternacht kehrte langsam Ruhe ein. Mitten in der Nacht traf dann auch Sascha, DH6TJ, ein, der vor der Abreise kurzfristig noch etwas Wichtiges erledigen musste.

Am nächsten Morgen fiel es den meisten ziemlich schwer, nach einer langen Nacht einfach aus den Federn zu hüpfen. Nachdem dann doch alle aufgestanden waren und sich schnell fertig gemacht hatten, gab es Frühstück im Aufenthaltsraum. Im Anschluss wurde der Zeitplan für den Rest des Tages erläutert. Nach einer halben Stunde Freizeit wurde dann unter Anleitung von Thomas und Sascha mit dem Bau der Groundplanes aus Schweißdraht und PL-Buchsen begonnen. Anfangs sah das Ganze noch recht einfach aus, doch schnell mussten alle erkennen, dass sie sich getäuscht hatten. Denn wie sich herausstellte, war es gar nicht so leicht, die Drähte auf die richtige Länge zu schneiden, in den richtigen Winkel zu biegen und fest an der PL-Buchse anzuschrauben oder anzulöten, was zum Teil wohl auch daran lag, dass das benötigte Werkzeug nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stand.

Nachdem dann alle Schrauben mit rotem Nagellack fixiert und die fertigen Antennen abgestimmt worden waren, gab es Mittagessen, wieder in der Gaststätte. Alle ließen sich die Nudeln mit Gulasch richtig schmecken, das hatten sie sich nach dem anstrengenden Antennenbasteln auch redlich verdient. Die anschließende Mittagspause wurde genutzt, um mit den vorhandenen Handfunkgeräten und den eigenen Rufzeichen oder dem Ausbildungsrufzeichen DN3JR quer durchs Haus zu funken und damit eher spielerisch und ohne den Druck möglichst nichts falsch zu machen die Funkpraxis zu üben. Bald hatten alle die letzte Scheu vor der PTT überwunden und funkten nun in jeder freien Minute, manchmal auch, wenn es einfacher gewesen wäre, sich direkt zu unterhalten.

Dann kam endlich das Ereignis, auf das sich alle am meisten gefreut hatten: Die Fuchsjagd!

Die beiden anzupeilenden Füchse waren bereits von Thomas und Sascha versteckt worden. Schnell fanden sich fünf Teams zusammen und die Spielregeln und die Benutzung der Peilempfänger wurden erklärt. Erstmal machten sich alle mit diesen Geräten vertraut, bald darauf konnte das erste Team zur Jagd aufbrechen. Die anderen vier Gruppen durften dann immer im Abstand von sieben Minuten starten. Anfangs lief alles recht problemlos, doch noch bevor das Team der YLs den ersten Fuchs erreicht hatte, versagte ihr Peilempfänger und war beim besten Willen nicht wieder in Gang zu kriegen. Da jede Gruppe ein Handfunkgerät bei sich hatte, konnten sie sich mit den Spielleitern verständigen und denen ihr Problem schildern. Diese hatten jedoch so schnell auch keine Lösung parat, also taten sich die beiden YLs mit dem nächsten Team, das sie trafen und welches letztendlich auch die Jagd gewann, zusammen. Ansonsten gab es bis auf einen leichten Regenschauer keine weiteren Zwischenfälle. Schon nach etwa 45 Minuten (zum Erstaunen der Spielleiter, die wenigstens mit der doppelten Zeit gerechnet hatten)  hatte auch das letzte Team alle Füchse gefunden. Weil die meisten doch sehr erschöpft waren, gab es im Anschluss erst einmal eine Pause zum Frischmachen und Ausruhen, bevor die Siegerehrung stattfand. Jeder bekam eine Urkunde und die YLs (als Entschädigung für den kaputten Peilempfänger) noch etwas Süßes.

Danach war es wieder Zeit für ein leckeres Abendessen in der Gaststätte, während dessen diskutiert wurde, ob das geplante Lagerfeuer trotz der Kälte und des unbeständigen Wetters stattfinden sollte. Schnell war man sich einig, dass das Feuer schon für genug Wärme sorgen würde und dass man sich solch einen Abschluss der Fahrt nicht von ein paar eingefrorenen Füßen verderben lassen wolle. Also wurden die starken OMs mit Funkgeräten ausgestattet losgeschickt, um Feuerholz zu sammeln, während sich die Übriggebliebenen im Waschraum der Mädchen um Teig für Stockbrot kümmerten. Thomas und Sascha fiel es dann auch nicht schwer, den Grill hinterm Haus zu einer Feuerstelle umzufunktionieren, auf der wenig später ein großes Feuer loderte. Die Stimmung hätte nicht besser sein können, alle machten Witze, lachten und hatten einfach riesigen Spaß. Dazu kam noch, dass das Stockbrot richtig gut schmeckte und dass das Feuer allen ordentlich einheizte. Alle hatten so gute Laune, dass trotz Müdigkeit kaum einer ins Bett gehen wollte. Wegen ständigem Bitten und Betteln der begeisterten Kids wurde das Löschen des Lagerfeuers immer wieder aufgeschoben, bis es wirklich zu spät war, um noch länger aufzubleiben. Ein großer Wasserkübel setzte dann trotz heftiger Proteste dem gemütlichen Abend ein Ende.

Am nächsten Morgen hieß es wieder pünktlich aufstehen (die YLs hatten auf ihre eigene, etwas lautstarke Art dafür gesorgt, dass die verschlafenen OMs notgedrungen ihre Betten verließen) und zum gemeinsamen Frühstück im Aufenthaltsraum erscheinen. Danach wurden die Antennen und Funkgeräte abgebaut, die Taschen gepackt und die Zimmer wieder auf Vordermann gebracht. Doch da dies ziemlich schnell erledigt und Manfred noch nicht zu Rückfahrt erschienen war, mussten sich die Betreuer noch etwas überlegen, um die gelangweilten Newcomer zu beschäftigen. Man entschied sich für einen Spaziergang am Schwielochsee. Das war allerdings keine gute Idee, doch wer hätte auch ahnen können, dass kurze Zeit später ein regelrechter Schneesturm um die Gruppe Funkamateure herumfegen sollte? So kam es, dass sich die meisten nach der Rückkehr in die Jugendherberge erst einmal aufwärmen und die Haare trocknen mussten. Als dann wieder die Frage nach einem Zeitvertreib bis zur Abfahrt aufkam, fanden sich bald einige zusammen, um Stadt-Land-Fluss zu spielen.

Die Zeit bis zu Manfreds Eintreffen verging jetzt doch recht schnell. Dann wurden die Taschen, Antennen, u.s.w. eingeladen und die Sitzplätze eingenommen. Noch ein letzter Blick auf das Haus, in dem die jungen Funker so ein tolles Wochenende erlebt hatten, und schon ging es zurück Richtung Heimat. Die Fahrt verging wie im Fluge, nachdem auch noch der geplante Zwischenstop bei McDonalds wegen mangelnden Hungers ausfiel. Schon bald war die Salvatorschule erreicht, wo die Eltern ihre zufriedenen Kinder abholten.

Auch wenn auf der Fahrt ganz selten mal nicht die beste Laune geherrscht hatte, in einem Punkt sind sich alle einig: Dieses Wochenende war ein richtig tolles Erlebnis, das man so schnell wie möglich wiederholen sollte.

 

Lisa, DO5LMM
16.04.2003